am Beispiel der Geriatrie Klinik Rosenheim
Die demographische Herausforderung an den Bausektor
Im Jahr 2030 wird der Anteil der über 65jährigen in der bundesdeutschen Bevölkerung 35 % betragen. Wir alle kennen solche Zahlen. Sind wir uns aber auch immer der konkreten Probleme bewußt, die die demographische Entwicklung mit sich bringt? Ein Thema, das auf breiter Basis beispielsweise noch kaum in Diskussion steht, aber schon bald auf den Nägeln brennen wird, ist der enorme Bedarf an Spezialimmobilien wie Wohn- und Pflegeheimen oder geriatrischen Heil- und Rehabilitationsstätten. Wie bekommt man die ökonomischen Folgen dieses Nachfrageanstiegs in den Griff, ohne wertvolle Qualitätsstandards preiszugeben? Eine Antwort liegt in der Optimierung des Bauprozesses. Warum derjenige auf einem zukunftsweisenden Weg ist, der bei der Realisierung auf modulare Bauweise setzt, zeigt das Beispiel der Geriatrie Klinik Rosenheim.
Das Projekt – Zukunftsfeld Geriatrie
“Die Gebäudeanforderungen der Geriatrie sind überaus komplex”, erklärt Dr. Rainer Neumann, geschäftsführender Gesellschafter der Kliniken Harthausen GmbH & Co. KG, die im vergangenen Jahr mit der Geriatrie Klinik Rosenheim ein wegweisendes Zentrum für geriatrische Rehabilitation realisieren konnte. “Bei uns werden Menschen unter besonderer Berücksichtigung altersbedingter Schwierigkeiten behandelt. Dabei stehen im engeren Sinne medizinische Probleme wie Bewegungseinschränkungen oder Koordinationsstörungen gleichrangig neben Fragen, die die psychosoziale Situation des Patienten betreffen. Das Behandlungsteam - Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern, Logopäden, Ergotherapeuten, Krankengymnasten und Masseure – ist dementsprechend interdisziplinär. Es benötigt zu seinem Erfolg Räumlichkeiten, die einerseits den vielfältigen fachlich- therapeutischen Aufgaben der Klinik voll gerecht werden, andererseits den betagten Patienten ein ganzheitliches, harmonisches Lebensumfeld bieten. Um diese besonders hohen Qualitätsansprüche mit unseren engen Terminvorgaben in Übereinklang zu bringen, haben wir uns nach dem Kauf eines geeigneten Grundstückes in der Villengegend Rosenheims für eine modulare Baulösung mit dem Partner Cadolto entschieden.” Das in Cadolzburg bei Nürnberg ansässige Unternehmen Cadolto Flohr & Söhne GmbH & Co. KG ist europäischer Marktführer für Fertig- und Systemgebäude im Klinik-, Labor-, Reinraum- und Telekommunikationsbereich und konnte den Bauherren laut Auskunft Dr. Neumanns letztlich durch folgende Vorteilskombination überzeugen:
Vorteil 1: Schnell und wirtschaftlich durch systemoptimierte Bautechnik
Den Auftrag für das vierstöckige Gebäude mit der Geschoßfläche von 1.694 m2 erhielt Cadolto am 6. März 2001. Nur etwa ein halbes Jahr später, nämlich Mitte September 2001, konnte die Klinik voll einsatzbereit übergeben werden – ein Rekordtempo, das sich dem extrem hohen Rationalisierungsgrad der Cadolto-Bauweise verdankt. Denn in der Werkshalle werden nicht nur ganze Raummodule hergestellt, sondern zugleich auch deren komplette Ausstattung von der Küche bis zum topmodernen Behandlungszimmer eingebaut. Im Falle der Geriatrie Klinik Rosenheim handelte es sich um insgesamt 25 Großraummodule, die nach ihrer Fertigstellung per Tieflader zum Bauort transportiert, per Kran versetzt und binnen einer Woche zu einem Klinikgebäude modernsten Standards montiert wurden, in dem bis zur letzten Kachel bereits alles vorhanden war. Schneller geht’s nicht und Zeit ist bekanntlich Geld.
Vorteil 2: Alles aus einer Hand
Bau und Ausbau werden durch das modulare System von Anfang an sinnvoll zusammengeführt. Erfahrene Architekten, Bauingenieure, medizintechnische Ausstattungsexperten, Handwerker und Facharbeiter erledigen ihre Arbeiten unter optimalen Bedingungen an ein und demselben Ort, nämlich der Fabrikhalle. Dem Bauherrn bleibt so zeitraubender Koordinierungsaufwand erspart, den Patienten die Lärmbelästigung durch fortgesetzte Ausbauarbeiten.
Vorteil 3: Qualität – so wertvoll wie ein Massivbau
In punkto Architektur, Bauqualität, Ausstattung und Komfort steht die Geriatrie Klinik Rosenheim vergleichbaren Objekten in Festbauweise in nichts nach. Sehr wichtig war den Planern ein behagliches Ambiente im gesamten Gebäudekomplex. Den Patienten stehen geräumige und helle Ein- und Zweibettzimmer mit Dusche, WC, Telefon und TV zur Verfügung. Dem Gebäudezweck entsprechende Ausbaudetails wie altersgerechte Personenaufzüge, Duschwannen, Haltegriffe oder rutschfeste Kacheln sind selbstverständlich. Auch eine großzügig angelegte Terrasse mit Alpenblick durfte nicht fehlen. Die Behandlungszimmer entsprechen architektonisch und von ihrer Ausstattung her voll den zeitgemäßen Standards. Auch baubiologisch stimmt alles. Sämtliche verwendeten Baustoffe sind frei von gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffen. Seit ihrer Eröffnung im November 2001 wurden in der Geriatrie Klinik Rosenheim bereits zahlreiche Personen betreut. Die Einrichtung ist voll ausgelastet und Patienten wie Personal sind nach Auskunft des Trägers mit der Situation mehr als zufrieden. Dr. Neumann: “Die Geriatrie hat hier eine Heimstätte erhalten, die zukunftsweisend ist. Mit Sicherheit wird dieses Haus maßgeblich dazu beitragen, dass altersspezifische Probleme in der medizinischen Praxis stärker als bislang Eingang finden. Unser Dank geht an die die verantwortlichen Planer, die auf der schwierigen Gratwanderung zwischen höchsten Qualitätsansprüchen und ökonomischen Zwängen den Weg gefunden haben, der den sozialen und medizinischen Zielen unserer Einrichtung optimal entspricht.”