Technologieparks – ein Zukunftsfeld auch für den Bausektor
Technologieparks verfügen über ein weltweit anerkanntes Forschungs- und Entwicklungspotenzial. Als Zentren, die auf die besonderen Bedürfnisse von innovativen Hightech-Unternehmen zugeschnitten sind, bieten sie optimale Voraussetzungen für den Technologietransfer und die Bildung technologischer Netzwerke. Den Parkbetreibern geht es dabei nicht nur um die Bereitstellung eines strategisch gelegenen Standorts, sondern sie bieten den in der Regel sehr jungen Firmen darüber hinaus auch umfassenden Beratungs-, Projektentwicklungs- und Infrastrukturservice. Ein Thema, das in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Realisierung von geeigneten Räumlichkeiten. Denn die Immobilien eines Technologieparks müssen einerseits den meist hoch speziellen technischen Anforderungen der künftigen Nutzer gerecht werden und andererseits die Flexibilitätsbedürfnisse sehr schnelllebiger Branchen befriedigen. Gerade für junge Unternehmen ist zusätzlich ein repräsentatives Erscheinungsbild von Bedeutung und natürlich soll alles auch möglichst günstig sowie termingenau zur Verfügung stehen.
Das Projekt – Biotechnologiezentrum (BioZ) Münster
Dr. Stephan Hüwel und Hans-Jörg Roesmann, Geschäftsführer der Technologiepark Münster GmbH, sind mit diesem komplexen Anforderungsprofil seit Jahren eng vertraut. Am Beispiel des vor wenigen Tagen fertiggestellten Biotechnologiezentrums Münster (BioZ) erläutern sie, warum sie sich bei der Gebäudeerstellung für die Zusammenarbeit mit dem Modulbauspezialisten Cadolto Flohr & Söhne GmbH & Co. KG entschieden haben: “Eine der Kernkompetenzen Münsters liegt im Bereiche der Life Science Industries. Im vergangenen Jahr standen wir vor der Herausforderung, für drei aus der Universität hervorgegangene Start-Ups der Biomedizin- bzw. Biotechnologiebranche mit insgesamt rund 30 Mitarbeitern sehr schnell hoch spezifische Räumlichkeiten zur Verfügung stellen zu müssen. Da ein 3400 m2 großes Grundstück, das ein maßgeschneidertes Unternehmensumfeld bot, bereits voll erschlossen war, stand insbesondere eine Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich ein solches Firmengebäude mit seinen hohen technologischen Anforderungen in der geforderten kurzen Zeit realisieren? Das modulare Konzept von Cadolto hat uns letztlich überzeugt, weil es bei voller Qualitätswahrung schnellstmögliche und damit auch wirtschaftliche Bauausführung garantierte, unseren eigenen Zeitaufwand für das Projekt durch professionelle Umsetzung aus einer Hand auf ein Minimum reduzierte und nicht zuletzt höchste Flexibilität hinsichtlich späterer Erweiterungen mit sich brachte.”
Rationell, schnell, wirtschaftlich
Tatsächlich wurde der 3-geschossige Neubau mit einer Grundfläche von 2400 m2, aufwendiger Klima und Lüftungstechnik und hochwertigster Laborausstattung bereits sieben Monate nach der Vertragsunterzeichnung, die im Juli 2001 erfolgte, voll ausgebaut und einsatzbereit übergeben. Hinter diesem rekordverdächtigen Tempo steht der extrem hohe Rationalisierungsgrad der Cadolto-Bauweise. Denn in der Werkshalle des in Cadolzburg bei Nürnberg ansässigen Unternehmens werden nicht nur ganze Raummodule hergestellt, sondern zugleich auch deren komplette Ausstattung vom Konferenzraum bis zum Hightech-Labor eingebaut. Beim BioZ Münster handelte es sich um insgesamt 29 Großraummodule (5,75 m breit, 16 m lang, 3,77 m hoch), die nach ihrer Fertigstellung per Tieflader zum Bauort transportiert, per Kran versetzt und in wenigen Tagen zu einem Laborgebäude modernsten Standards montiert wurden. Schneller geht’s nicht und Zeit ist bekanntlich Geld.
Alles aus einer Hand – auf Wunsch auch mit Reinraum ab Werk
Die Modulbauweise ermöglicht von Beginn an ein sinnvoll abgestimmtes Planen und Handeln aller Akteure. Die Bau- und Ausbauarbeiten werden an ein und demselben Ort, der Fabrikhalle, unter systemoptimierten Bedingungen integriert. Dem Bauherrn bleibt so der gerade bei der modularen Bauart besonders hohe Koordinierungsaufwand erspart, den späteren Nutzern Störungen durch fortgesetzte Ausbauarbeiten. Im Falle des BioZ enthielten die Module beispielsweise auch schon Einrichtungen und Geräte wie eine Reinstwasseranlage, Dampferzeuger, 50 L-Pilotfermenter, ein Fotolabor, eine Ultrafiltrationsanlage oder eine begehbare Kühlzelle. Auf Wunsch der Start-Ups wurde ein Raum so ausgestattet, dass er sich bei Bedarf problemlos zum Reinraum umrüsten läßt.
Höchste Bauqualität und Flexibilität
In punkto Architektur und Bauqualität steht ein Gebäude wie das BioZ Münster vergleichbaren Objekten in Festbauweise in nichts nach. Auch baubiologisch stimmt alles. Sämtliche verwendeten Baustoffe sind frei von gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffen. Ein weiterer großer Vorteil des modularen Konzepts: Je nach Bedarf der Unternehmen läßt sich das Gebäude auch in kleinen Flächeneinheiten flexibel erweitern. Die drei Start-Ups konnten ihre Arbeit nach der Gebäudemontage im Februar 2002 aufnehmen - für den Technologiepark Münster ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum bundesweit anerkannten Biotechnologiestandort, der sich nicht zuletzt auch dank optimierter Bautechnik ermöglicht wurde.
Ansprechpartner für das BioZ ist die Technologiepark Münster GmbH, Mendelstr. 11, 48149 Münster,
Dr. Stephan Hüwel oder Hans-Jörg Roesmann, Tel. 0251/9801104, Fax: 0251/9801106,
info@technologiepark-ms.de