Leistungen
Die Einsparungen im Gesundheitswesen führen dazu, dass Kliniken auch im baulichen Bereich verstärkt neue Wege gehen müssen. Speziell der Katalog stationsersetzender Leistungen im Krankenhaus nach § 115 b SGB V, der seit dem 1. Januar 2004 in Kraft ist, könnte in dieser Hinsicht weitreichende Folgen haben. So hat jetzt beispielsweise das Stadtkrankenhaus Worms den Entschluss gefasst, auf die spürbare Einschränkung des Spektrums stationärer Leistungen mit dem Neubau einer ambulanten OP-Abteilung zu reagieren. Das Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung zählt mit 11 Hauptfachabteilungen, 540 Planbetten, über 1.000 Beschäftigten und jährlich mehr als 21.000 stationären sowie etwa 30.000 ambulanten Patienten zu den fünf größten Kliniken des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.
Nach Auskunft seines stellvertretenden Verwaltungsdirektors Bernhard Büttner würde die Einrichtung ohne ein eigenes Leistungsangebot im ambulanten OPBereich über kurz oder lang Gefahr laufen, einen Teil seiner Patienten zu verlieren. Darüber hinaus wolle die Klinik ihren Anspruch wahren, die Bevölkerung des Einzugsgebietes medizinisch umfassend versorgen zu können.Auf die Frage, warum dazu die Gründung einer neuen und baulich autarken Abteilung notwendig ist, antwortet Büttner: “Weil ambulantes Operieren im Krankenhaus ein organisatorisch in sich geschlossenes Konzept erfordert, das sich weder räumlich noch personell mit den Bedingungen eines stationären OP in Übereinklang bringen lässt.”
Der Grundriss des Neubaus, mit dessen Errichtung bis Ende Mai 2004 soeben das marktführende Unternehmen Cadolto Klinik-Fertiggebäude GmbH & Co. KG, Cadolzburg bei Nürnberg, beauftragt wurde, macht unmittelbar deutlich, was gemeint ist. Eine durchdachte Raumabfolge und kurze Wege prägen die ca. 670 m2 große Nutzfläche. Die Umkleidekabinen der Patienten fungieren zugleich als Schleusen zum OP-Reinraum-Bereich. Nach der Operation in einem der drei OP-Säle geht es direkt in den Aufwachraum. Dieser ist so positioniert, dass er vom Empfangspersonal mit betreut werden kann. Der Ausgang erfolgt wiederum durch die Umkleidekabine, womit der “Rundlauf” des Patienten abgeschlossen wird. Das Personal betritt die Abteilung über einen Gang, der den Anbau mit dem Hauptklinikgebäude verbindet. Dadurch ist in Notfällen auch der schnelle Zugang zum Zentral-OP gesichert.
Insgesamt stellt der Neubau damit eine Lösung dar, die den Erfordernissen der Wirtschaftlichkeit und Effizienz ohne Abstriche bei den medizinischen Standards Rechnung trägt. Ab Juni 2004 sollen hier ambulante Operationen der Disziplinen Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Urologie, HNO und Augenkrankheiten durchgeführt werden. Geplant ist, dass auch niedergelassene Ärzte vor Ort den ambulanten OP in Kooperation mit der Klinik für ihre Patienten nutzen können.
Die enge Terminvorgabe für die bauliche Realisierung des Anbaus kann der beauftragte Generalunternehmer Cadolto aufgrund des extrem hohen Rationalisierungsgrades seiner Modulbauweise einhalten. Der europäische Marktführer für Fertig- und Systemgebäude fertigt nämlich nicht nur die in diesem Fall 11 Raummodule in seinen Cadolzburger Werkshallen vor, sondern baut auch schon die Ausstattung von der Deckenversorgung über krankenhausgerechte Sanitär- und Klimaanlagen bis hin zu den Umkleideschränken und Röntgenbildbetrachtern ein. Ebenso ist der termingerechte Einbau der OP-Tische, Liegen sowie der Möblierung ohne weiteres möglich.
Ausschlaggebend für die Auftragsvergabe an Cadolto war nach Auskunft von Bernhard Büttner, dass das Unternehmen bei Garantie der Terminvorgabe das günstigste Angebot vorlegen konnte. Außerdem habe die Bekanntheit und langjährige Erfahrung des Marktführers ein zusätzliches Sicherheits- und Qualitätsargument geboten.