Die Modernisierung des russischen Gesundheitswesens ist in vollem Gange. Und mit einem Herzstück dieses Projektes, nämlich der Realisierung von zahlreichen über das Riesenland verteilten High-Tech-Medizinzentren, ist der internationale Marktführer in der medizinischen Modulbaubranche Cadolto beauftragt worden. Das in Cadolzburg bei Nürnberg ansässige Unternehmen realisiert den gesamten Großauftrag in ausgesprochen kurzer Zeit.
Bis Ende Juni 2008 konnten die komplett ausgestatteten Module für die ersten sieben Krankenhäuser, von denen jedes aus über 330 Einheiten besteht und eine Bruttogeschossfläche von etwa 19.000 m2 aufweist, komplett vorgefertigt werden.
„Es handelt sich bei den ersten 7 Föderalen High-Tech-Medizinzentren um ein Auftragsvolumen von etwa 200 Millionen Euro“, erklärt Cadolto Geschäftsführer Gerhard Flohr. Startschuss für den weltweit bislang größten Auftrag in der Modulbaubranche war der 6. März 2007. An diesem Tag wurde der Rahmenvertrag zwischen Cadolto und dem Generalunternehmer, der Moskauer Staatsfirma TECHNOINTORG, unterzeichnet. Das erste Zentrum, eine Spezialklinik für Kardiologie in der etwa 700 km südöstlich von Moskau gelegenen Stadt Pensa, wurde bereits im Dezember 2007 fertig gestellt und in Betrieb genommen. 2009 sollen alle 14 Krankenhäuser bezugsfertig übergeben sein.
Hoher politischer Stellenwert
Laut bfai – Bundesagentur für Außenwirtschaft sind die Absatzchancen in Russland gut, da ein großer Nachholbedarf in der medizinischen Infrastruktur besteht. Das Gesundheitswesen gehört in Russland zu den vier nationalen Vorrangprojekten, in die öffentliche Mittel in Milliardenhöhe fließen. 2007 gingen ca. 130 Mrd. Rubel, rund 3,7 Mrd. Euro, in das Gesundheitssystem. Für die nächsten Jahre sind ähnliche Größenordnungen vorgesehen. Dabei entstehen landesweit unter anderem auch 14 High-Tech-Krankenhäuser, in denen neueste Medizintechnik zum Einsatz kommt.
Cadolto realisiert Zentren für Kardiochirurgie, Traumatologie und Neurologie.
Die rationelle Cadolto Modulbau-Technologie soll dabei dazu beitragen, die medizinische Versorgung in ganz Russland signifikant und zügig zu verbessern.
Das immense politische Gewicht, das die russische Regierung diesem Ziel beimisst, wurde durch mehrere hochrangige Besuche deutlich unterstrichen. Am 28. Januar 2008 besichtigte Präsident Wladimir Putin zusammen mit seinem Amtsnachfolger Dmitri Medwedew die neu eröffnete Klinik in Pensa, wobei er die Vorteile der modularen Baumethode ausdrücklich hervorhob. Bewusst habe sich die russische Regierung gegen eine einheimische Billig-Lösung entschieden. Es sei richtig gewesen, dem Import einer ausgereiften Bautechnologie den Vorzug zu geben, die Schnelligkeit und Hochwertigkeit verbinde.
Bereits im Mai 2007 hatten sich der russische Gesundheitsminister Michail Surabov am Werkstandort Cadolzburg und im Oktober 2007 der russische Premierminister Viktor Zubkov am Bauplatz in Astrachan von der Cadolto Bauqualität persönlich überzeugt.
Der erste Projektkontakt zwischen den russischen Entscheidern und Cadolto war bereits 2005 über den Koblenzer Generalplaner TRANSUMED zustande gekommen. Im Vorfeld der Auftragsvergabe analysierte der Generalunternehmer TECHNOINTORG dann weltweit alle Anbieter. Letztlich stellte sich Cadolto bei dieser Recherche als das einzige Unternehmen heraus, dem auf Grund seiner technischen Fähigkeiten und Kapazitätsmöglichkeiten zugetraut wurde, das komplexe Bauvorhaben professionell, hochwertig und in solch kurzer Zeit zu realisieren. Die Rolle des Marktführers wurde damit klar bestätigt. Und durch das Großprojekt selbst dürfte sie zukünftig noch deutlich ausgebaut werden.
Kapazitätsausweitung und reibungslose Logistik
Um bis zum angestrebten Fertigstellungstermin sämtliche Hightech-Raummodule herstellen, ausstatten, transportieren und montieren zu können, hat Cadolto an seinen Standorten in Cadolzburg und Krölpa/Thüringen umfangreiche expansive Veränderungen vorgenommen. Auch der Lizenzfertiger PREKONS in Ankara erhöhte seine Hallenproduktionsflächen um mehr als 10.000 m2. Ergänzend wurde der besondere Projektaufwand durch die Einstellung neuer Mitarbeiter und die Vergabe umfangreicher Subunternehmerleistungen abgedeckt. Durch diese expansiven Veränderungen ist Cadolto in die Lage versetzt, neben den umfangreichen Herausforderungen des Großauftrags für die Russische Föderation weiterhin auch alle anderen nationalen und internationalen Kunden in der gewohnten Qualität und Schnelligkeit zu beraten und zu beliefern.
Der Transport der endgefertigten Module von Cadolzburg, Krölpa und Ankara an ihre teilweise mehrere tausend Kilometer entfernten Bestimmungsorte in Russland erfolgt auf dem Land- und Schiffsweg. Die Module wiegen jeweils zwischen 21 und 35 Tonnen, die Transportzeit beträgt je nach Entfernung pro Krankenhaus ca. vier bis acht Wochen.
Um wie geplant alle zwei Monate eine medizinisch voll ausgestattete Spezialklinik, bestehend aus rund 330 Modulen, anliefern zu können, ist daher ausgefeilte und reibungslose Logistik gefragt. So wurden die Raumeinheiten für die kardiologische Klinik in Pensa beispielsweise von den Werken in Cadolzburg und Krölpa per Schwertransporter zum Verladeterminal Konstinkai am Lübecker Hafen gebracht, von dort über St. Petersburg, das russische Kanalsystem und die Wolga zum Hafen Ulyanosk verschifft und sodann wiederum per Schwerlaster an den Bauplatz angefahren. Transportzeitraum in diesem Fall: Sechs Wochen.
(12. Juli bis Anfang September 2007).
Kardiochirurgie Pensa - Hochwertige Architektur und Ausstattung
Das bereits fertig gestellte kardiologische Zentrum in Pensa bezeugt exemplarisch die architektonische und ausstattungstechnische Qualität, mit der Cadolto das russische Großprojekt realisiert. Das sehr imposante Gebäude, bestehend aus einem dreigeschossigen Basisbau, an den sich ein viergeschossiger Flügel in Y-Form anschließt, wartet mit einer Nutzfläche von knapp 19.000 m2 auf. Weitflächig verglaste sowie orange, zartgelb und grau verkleidete Fassadenflächen strukturieren das abwechslungsreiche Außenbild. Der Basisbau ist durch kleinere Zwischenflügel und Treppenhauserker angenehm lebendig akzentuiert.
Der moderne Gebäudecharakter setzt sich im Inneren bruchlos fort. Großzügige Gänge, Licht durchflutete Bettenzimmer und sanfte Farbtöne prägen das Bild der bei aller Funktionalität durchweg freundlichen und einladenden Klinikanlage. Für die Patienten stehen insgesamt 185 Betten zur Verfügung, davon 40 Intensivpflegebetten. Dank modernster medizintechnischer Ausstattung, unter anderem ein Kernspin-Tomograph, ein Computer-Tomograph, zwei Angiographie-Räume und 3 OP’s, ist künftig in der südwestlichen Region Russlands die hochwertige kardiologische Versorgung der Bevölkerung sichergestellt.
Die Cadolto Modulbau Technologie
Von der Unterzeichnung des Rahmenauftrages für das gesamte Großprojekt am 6. März 2007 bis zur Übergabe dieser ersten Klinik vergingen sage und schreibe nur neun Monate. Hinter dieser Schnelligkeit, die wohlgemerkt mit hoher Qualität einhergeht, steht ein einzigartiges Know-how, das Cadolto über Jahrzehnte hinweg selbständig entwickelt und immer weiter perfektioniert hat.
Auf der Grundlage seiner Modulbau-Technologie „übersetzt“ Cadolto die jeweils individuelle
Architekturplanung 1:1 in eine modulare Werksplanung. Sodann konzentrieren sich nahezu 100% aller Bauarbeiten in den modernen Produktionshallen des Unternehmens.
Mit anderen Worten: Die einzigartige Gebäudeidee wird exakt umgesetzt und der Auftraggeber profitiert zugleich von den beeindruckenden Vorteilen der rationellen Vorfertigung. Von Kliniken und Bettenhäusern über Hightech-Labore und Reinräume bis hin zu Firmenzentralen, Büro- und Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Einrichtungen deckt Cadolto das Gebäudespektrum komplett ab – schnell, wirtschaftlich, hochwertig und ohne die geringste architektonische Einschränkung.
Ausdrucksstarke Fassadenkreationen in Stahl und Glas, Aluminium, Holz, Putz oder edlem Naturstein geben auch ausgefallenen Designwünschen Gestalt. Die architektonische Sprache setzt sich im Inneren konsequent fort und begeistert mit vollendeten Umsetzungen bei der Foyer- und Treppenausführung, der Licht durchfluteten Gebäudeanlage, bei Innenhöfen oder Dachverglasungen sowie bei grenzenlosen Grundrissvariationen.
Das Thema von Cadolto sind ganzheitliche Lebens- und Arbeitsräume, die mit charakteristischer Baukunst, zukunftsweisender Ausstattung und Technik, zweckmäßiger Struktur und hochwertig behaglichem Ambiente realisiert werden.
Um den hohen Anforderungen an moderne Zweckbauten, insbesondere Kliniken, gerecht zu werden, setzt das Unternehmen seine ausgereifte modulare Bautechnik professionell und leidenschaftlich um. Die Arbeitsprozesse der Kunden zu verstehen und ihre funktionellen Anforderungen und Ziele zu begreifen, ist der täglich gelebte Anspruch der Cadolto-Ingenieure. Ein flächendeckend erreichbares Team von erfahrenen Ansprechpartnern garantiert dabei individuelle und tiefe Beratungsleistung von Anfang an.
Die Cadolto Modulbau Technologie führt alle Gewerke des Bauvorhabens an einem Punkt zusammen. Die Fertigung erfolgt zu 95% im Cadolto-Werk - witterungsunabhängig, unter ständiger Qualitätskontrolle, termingerecht und wirtschaftlich. Die einzelnen Module werden dabei in völlig individueller Größe und Ausstattung vorgefertigt. Durch extrem kurze Wege und eine minutiöse Koordination stehen den Architekten innerhalb kürzester Frist die Raumdaten und technischen Merkmale des Bauvorhabens mit Festpreis und Bezugstermin zur Verfügung.
Wenn die Gebäude-Module die Cadolto Produktionshallen verlassen, dann enthalten sie im buchstäblichen Sinne alles, inklusive der gesamten Medizin-, Labor- und Gebäudetechnik, Installation, Fliesen, Einrichtung, Ausstattung und Fassade. Die Fertigung ist so komprimiert, dass sich auch weiteste Transportwege - wie etwa an alle Ecken und Enden der riesigen Russischen Föderation - rechnen.
Die Baustellenaktivitäten werden gegenüber der konventionellen Bauweise auf 10 bis 20% reduziert, da die Module vor Ort nur noch zum unmittelbar bezugsfertigen Gebäude verbunden werden müssen. Für die russischen Auftraggeber heißt das konkret, dass sie bauseits lediglich die Klinik-Fundamente realisieren müssen. Dadurch minimieren sich auch die Auswirkungen der Baustelle als Störquelle, beispielsweise bei laufendem Klinikbetrieb - ein Faktor von zentraler Bedeutung.
Individuelle Gebäude, deren Herstellung auf standardisierten Prozessen, Verfahren und Lösungen beruht und von eingespielten Personen geplant und durchgeführt wird – das ist das Rezept für die vielfach bewährte Cadolto-Qualität. Die ausgefeilte Materiallogistik, das streng kontrollierte Bestellwesen und ein ausgesuchter Lieferanten-Pool ermöglichen vom Wandaufbau bis zur kleinsten Schraube absolute Produkttransparenz. Im Zusammenspiel mit den klar strukturierten, hoch modernen Fertigungstechnologien stellen sie das einzigartige Qualitätsfundament der Cadolto Modulbau Technologie dar.
Die Cadolto Modulbau Technologie erzeugt aufgrund der präzisen industriellen Fertigungsweise Gebäude, die außerordentlich beständig und langfristig nutzbar sind. Zugleich bietet das modulare Baukonzept aber auch beste Voraussetzungen für alle Arten von An- oder Umbauten, Aufstockungen, Gebäudeverlagerungen, Demontage und Wiederverwendung. Cadolto erledigt Aufgaben dieser Art genauso professionell und zügig wie den Neubau und eröffnet die freie Wahl zwischen Kauf-, Leasing- oder Mietlösungen. In Zeiten, in denen die Halbwertsperioden medizinischer und wissenschaftlicher Abläufe und Techniken immer kürzer werden, gewinnt gerade diese Flexibilität immer stärker an Bedeutung.
Weltweite Marktchancen
Mit der erfolgreichen Bewältigung des Großauftrages der russischen Föderation etabliert sich Cadolto endgültig als technologisch, kapazitätsmäßig und qualitativ führendes Unternehmen der Modulbaubranche. Für die Zukunft sieht das Unternehmen speziell auf dem osteuropäischen bzw. russischen Klinikbausektor sehr gute Perspektiven. Die Modulbau Technologie ist allerdings inzwischen wirtschaftlich und technologisch so weit auf die Anforderungen des zeitgemäßen globalen Klinikbaus hin perfektioniert, dass zunehmend auch weitere weltweite Absatzmärkte in das Blickfeld des deutschen Unternehmens rücken.
Sieben föderale Zentren für Russland - das Projekt im Überblick
Die ersten sieben Standorte im einzelnen:
Krasnodar, Traumatologie, 20.189 m2
Chabarowsk, Kardiochirurgie, 18.685 m2
Krasnoyarsk, Kardiochirurgie, 18.685 m2
Tyumen, Neurochirurgie, 16.819 m2
Pensa, Kardiochirurgie, 18.997 m2
Astrakhan, Kardiochirurgie, 18.685 m2
Cheboksary, Traumatologie, 20.189 m2
Exemplarisch: Ausstattung der Kardiochirurgie in Pensa:
185 Betten, davon 40 Intensivpflegebetten
1 Kernspin-Tomograph
1 Computer-Tomograph
2 Angiographie-Räume
3 OP’s
Die weiteren HighTech Medizinzentren:
Kardiochirurgie, Kaliningrad, 17505 m2
Traumatologie, Smolensk, 18780 m2
Kardiochirurgie, Perm, 17505 m2
Kardiochirurgie, Chelyabinsk, 17505 m2
Neurochirurgie, Novosibirsk, 15787 m2
Traumatologie, Barnaul, 18780 m2
Traumatologie,Vladivostok, 18780 m2